Ein Gartentor wird fast jeden Tag benutzt. Wenn es schleift, nicht ins Schloss fällt oder sich mit der Zeit absenkt, ärgert man sich jahrelang darüber. Die meisten dieser Probleme entstehen beim Einbau: falsche Öffnungsrichtung, zu kleines Fundament oder Pfosten, die nicht im Lot stehen. Diese Anleitung zeigt, worauf es ankommt.
Vor dem Kauf: Breite, Höhe und Bauart
Messen Sie die Durchgangsbreite, die Sie tatsächlich brauchen. Für Fußgänger, Fahrrad und Mülltonne sind 1,00 m üblich. Mit Rasentraktor oder größeren Gartenmaschinen sind 1,25 m oder 1,50 m angenehmer. Die Höhe wählen Sie passend zur Zaunhöhe, damit Tor und Matten auf einer Linie abschließen.
Die Gartentore im Shop unterscheiden sich vor allem in der Bauart:
- Die Ben Light Toranlage hat ein Torblatt aus einer Drahtgittermatte 8/6/8 ohne umlaufenden Rohrrahmen und fügt sich dadurch optisch in den Doppelstabmattenzaun ein. Breiten 1000, 1250 und 1500 mm, Öffnungswinkel 90°.
- Die Industrietoranlage ist dank Vario-Technik sowohl DIN links als auch DIN rechts möglich und hat einen Öffnungswinkel von 180°. Breiten von 1000 bis 1750 mm.
- Die Straight Line Toranlage hat eine Rohrfüllung, Aufhängung und Schlosskasten sind variabel.
- Design-Tor DT01, Design-Tor DT02 und Design-Tor DT03 haben ein Design-Blech aus Aluminium und werden inklusive Zubehör, Anschluss-Set und Garnitur geliefert.
- Das Marie Compact Vario Gartentor Anthrazit hat einen 40/40 Rahmen und kommt inklusive 60/60 Torpfosten und Zubehör.
Alle Modelle finden Sie in der Kategorie Gartentore. Welches Tor zu welchem Zaun passt, zeigt die Seite Gartentor für den Doppelstabmattenzaun.
DIN links oder DIN rechts?
Die Bezeichnung gibt an, auf welcher Seite die Bänder (die Scharniere) sitzen. Entscheidend ist der Blickwinkel: Sie stellen sich auf die Seite, zu der das Tor aufgeht, und schauen auf das geschlossene Tor. Sitzen die Bänder dann links, ist das Tor DIN links. Sitzen sie rechts, ist es DIN rechts.
Ein Beispiel: Ihr Gartentor soll nach innen in den Garten aufgehen. Sie stellen sich also in den Garten und schauen in Richtung Straße auf das Tor. Befinden sich die Bänder auf der linken Seite, brauchen Sie DIN links.
Drei Fragen helfen bei der Entscheidung:
- Wohin soll das Tor aufgehen? Meist nach innen, damit es nicht auf Gehweg oder Straße schwenkt.
- Wo ist Platz für den geöffneten Flügel? Der Flügel braucht seine volle Breite als Schwenkbereich, frei von Beeten, Stufen und Mülltonnen.
- Wie verläuft der Weg? Das Tor sollte so aufgehen, dass es den Weg zur Haustür freigibt und nicht versperrt.
Bei Toren mit Vario-Technik, wie der Industrietoranlage und den Design-Toren, wählen Sie die Öffnungsrichtung bei der Montage. Bei anderen Modellen klären Sie die gewünschte Richtung am besten schon vor der Bestellung.
Torpfosten und Fundament
Torpfosten tragen das ganze Gewicht des Torflügels, und zwar mit Hebelwirkung. Bei jedem Öffnen und Schließen wirkt zusätzlich Kraft auf den Bandpfosten. Deshalb gelten für Torpfosten andere Maßstäbe als für normale Zaunpfosten:
- Fundamentgröße: Planen Sie die Fundamente der Torpfosten größer als die der Zaunpfosten. Für einflügelige Gartentore sind etwa 40 x 40 cm Grundfläche eine gängige Orientierung, bei breiten oder hohen Toren entsprechend mehr.
- Tiefe: frostfrei gründen. In den meisten Regionen sind das rund 80 cm.
- Beton: Fundamentbeton gut verdichten. Erde oder lose Steine haben im Fundamentloch nichts verloren.
- Aushärten: Das Tor erst voll belasten, wenn der Beton ausreichend fest ist. Planen Sie dafür mehrere Tage ein.
Die Torpfosten werden mit dem Tor geliefert. Bei der Ben Light Toranlage und der Straight Line Toranlage haben sie eine Abdeckleiste, an der Sie die angrenzenden Doppelstabmatten direkt befestigen. Allgemeines zum Betonieren lesen Sie im Ratgeber Zaunpfosten einbetonieren.
Schritt für Schritt einbauen
- Lichte Weite festlegen: Der Abstand zwischen den Torpfosten muss genau zum Tor passen. Bei der Schmucktoranlage Carlos beträgt die lichte Weite zum Beispiel 1000 bis 1020 mm. Halten Sie sich genau an die Angabe des jeweiligen Tores.
- Löcher ausheben: beide Fundamentlöcher in der geplanten Größe und Tiefe.
- Tor vormontieren: Hängen Sie das Torblatt vor dem Betonieren an die Pfosten. So ergibt sich der richtige Abstand von selbst. Legen Sie Holzklötze unter das Torblatt, damit es die gewünschte Bodenfreiheit hat.
- Ausrichten: Pfosten mit der Wasserwaage in beide Richtungen lotrecht stellen, Oberkanten auf gleiche Höhe bringen und mit Latten abstützen.
- Betonieren: Beton einfüllen, verdichten und danach Lot und Höhe noch einmal prüfen.
- Aushärten lassen: Stützen erst entfernen, wenn der Beton fest ist.
- Einstellen: Bänder so justieren, dass das Tor frei schwingt und sauber ins Schloss fällt.
Planen Sie unter dem Torblatt einige Zentimeter Luft ein. Steigt der Weg im Schwenkbereich an, brauchen Sie entsprechend mehr. Bei der Ben Light Toranlage gilt außerdem: Bis zu einer Höhe von 1,20 m befindet sich der Überstand an der unteren Kante des Torblattes, ab einer Höhe von 1,40 m an der oberen Kante.
Anschlag, Feststeller und Schloss
Anschlag
Der Anschlag ist die Stelle, an der das Tor beim Schließen stoppt, meist am Schlosspfosten. Er verhindert, dass das Tor durchschwingt, und sorgt dafür, dass die Falle sauber ins Schließblech greift. Prüfen Sie nach dem Einbau, ob beides genau übereinander liegt. Wenn nicht, korrigieren Sie zuerst die Bänder, bevor Sie am Schloss etwas verändern.
Feststeller
Ein offenes Tor, das im Wind hin und her schlägt, beschädigt auf Dauer Bänder und Schloss. Der Feststeller verzinkt wird im Schwenkbereich in eine vorbereitete Grube gesetzt und einbetoniert. Er hält das Tor in der gewünschten Öffnungsposition. Er ist aus Stahl ST37 gefertigt und nach DIN EN 1461 feuerverzinkt. Für zweiflügelige Tore gibt es den Feststellerbolzen für Doppelflügeltore mit ca. 56 cm Länge, der einen Flügel im geöffneten oder geschlossenen Zustand fixiert.
Schloss und Drücker
Die meisten Gartentore haben einen Schlosskasten für einen Profilzylinder. Bei der Ben Light Toranlage ist er für einen 30/30 Zylinder vorbereitet. Der Profilzylinder 30/30 ist in den Ausführungen Industrietor, Ben Light Tor und gleichschließend erhältlich, mit je drei Schlüsseln. Gleichschließende Zylinder sind praktisch, wenn Sie mehrere Tore mit einem Schlüssel öffnen möchten. Wer nur einen einfachen Verschluss braucht, nimmt den Dreikant-Profilzylinder 30/30. Für die Ben Light Toranlage gibt es die Drückergarnitur Ben Light Tor aus Aluminium inklusive Rosetten und Schloss. Weiteres Zubehör finden Sie unter Tor-Zubehör.
Anschluss an den Zaun
Das Tor ist meist der Startpunkt der Zaunplanung, weil die Torpfosten die Position der ersten Matten festlegen. Ziehen Sie die Torbreite einschließlich der Pfosten von der Zaunlänge ab, bevor Sie Matten und Pfosten zählen. Wie das geht, zeigt das Rechenbeispiel im Ratgeber Zaun planen. Bei der Industrietoranlage ist laut Produktangaben ein Zaunanschlusswinkelset im Lieferumfang.
Kurze Checkliste vor dem Betonieren
- Öffnungsrichtung und DIN links oder rechts festgelegt
- Schwenkbereich frei und eben genug
- lichte Weite nach Herstellerangabe eingestellt
- Bodenfreiheit unter dem Torblatt mit Klötzen gesichert
- beide Pfosten lotrecht und auf gleicher Höhe
- Position für den Feststeller angezeichnet