Die kurze Antwort vorweg: Wo der Zaun im Erdreich steht, werden die Pfosten in der Regel einbetoniert. Aufgedübelt wird dort, wo bereits ein tragfähiger, fester Untergrund vorhanden ist, etwa eine Betonmauer, eine Bodenplatte oder ein vorhandenes Streifenfundament. Beide Methoden haben ihre Berechtigung, beliebig austauschbar sind sie aber nicht.
Einbetonieren: der Standard im Garten
Beim Einbetonieren steht jeder Pfosten in einem eigenen Fundament aus Beton. Er wird meist 60 bis 80 cm tief gesetzt, damit das Fundament frostfrei gegründet ist und der Pfosten auch bei Wind und Belastung sicher steht. Pfosten in der Variante „Zum Einbetonieren“ sind dafür entsprechend länger als die eigentliche Zaunhöhe.
Vorteile:
- sehr guter Halt, auch bei hohen Zäunen und mit Sichtschutz
- kleine Höhenunterschiede lassen sich über die Einbautiefe ausgleichen
- kein vorhandenes Fundament nötig
Nachteile:
- Erdarbeiten für jedes Pfostenloch
- der Beton muss aushärten, bevor der Zaun voll belastet wird
- ein späterer Rückbau ist aufwendig
Wie Sie konkret vorgehen, wie groß die Löcher sein sollten und welcher Beton sinnvoll ist, lesen Sie im Ratgeber Zaunpfosten einbetonieren.
Aufdübeln: wenn der Boden schon fest ist
Beim Aufdübeln wird der Pfosten über eine Stahlplatte mit Schwerlastankern auf einem festen Untergrund verschraubt. Das spart das Graben und ist oft die einzige Möglichkeit, wenn der Zaun auf einer Mauer, einem Sockel oder neben einer gepflasterten Zufahrt mit Betonfundament stehen soll.
Vorteile:
- kein Aushub, keine Pfostenlöcher
- saubere Optik auf Mauern und Sockeln
- schneller Aufbau, wenn das Fundament schon existiert
Nachteile:
- der Untergrund muss tragfähig sein und genug Randabstand für die Dübel bieten
- alle Kräfte konzentrieren sich auf Platte und Anker, bei großer Windlast ist das kritischer
- Höhenunterschiede lassen sich nur begrenzt ausgleichen
Welche Untergründe sich zum Aufdübeln eignen
Geeignet ist massiver Beton in ausreichender Stärke: ein Streifenfundament, eine Betonmauer, eine Bodenplatte. Auch Winkelsteine aus Beton kommen in Frage, wenn die Wandstärke für die Anker reicht.
Nicht geeignet sind:
- Pflastersteine auf Sand oder Splitt
- Hohlblocksteine und Mauerwerk mit Hohlkammern, sofern keine dafür zugelassenen Spezialanker verwendet werden
- dünne Estriche und Gehwegplatten
- alte, bröckelnde Mauerkronen
Eine einfache Faustregel: Was sich beim Anbohren mürbe anfühlt oder in dem der Bohrer plötzlich durchfällt, hält auch den Anker nicht dauerhaft. Dann ist ein neues Fundament die bessere Lösung.
Die Möglichkeiten im Shop
Für das Aufdübeln gibt es drei Wege, die sich nach Ihrer Ausgangslage richten.
Pfosten mit angeschweißter Dübelplatte
Zaunpfosten Typ 1, Typ 2, Typ 3 und Typ 6 sowie der Zaunpfosten P2 mit Profilleiste sind in der Variante „Zum Aufdübeln“ erhältlich. Die Platte ist dabei bereits fest am Pfosten. Das ist die einfachste Lösung, wenn Sie von Anfang an wissen, dass Sie aufdübeln.
Gekürzter Pfosten mit Dübelplatte aus dem Zubehör
Die Variante „Gekürzt“ kombinieren Sie mit einer separaten Dübelplatte:
- Die Dübelplatte kurz ist 150 x 100 mm groß und 150 mm hoch, mit einer 6 mm starken Bodenplatte. Sie hat sechs vorgebohrte Löcher. Die äußeren sind für breite Fundamente und Bodenplatten gedacht, die mittleren für Winkelsteine und schmale Fundamente.
- Die Dübelplatte lang hat ebenfalls eine Platte von 150 x 100 mm, aber vier Bohrungen mit 11,5 mm für M10 Bolzenanker. Ihr Rohr ist rund 57 cm hoch, der Pfosten wird darüber gestülpt und mit Zaunbauschrauben verschraubt.
Bei beiden Platten empfehlen wir, den Pfosten bauseitig mit der Platte zu verschrauben, um den besten Halt zu erzielen. Beide gibt es feuerverzinkt oder zusätzlich in Anthrazit RAL 7016 und Moosgrün RAL 6005.
Bodenhülse als Sonderfall
Die Bodenhülse für 60 x 40 mm Zaunpfosten ist keine Dübelplatte, sondern eine Steckhülse aus feuerverzinktem Stahl mit 640 mm Länge. Sie wird fest im Boden verbaut, zum Beispiel einbetoniert, und der Pfosten wird nur hineingesteckt. So lässt sich ein Zaunfeld bei Bedarf herausnehmen, etwa für eine gelegentliche Durchfahrt mit Anhänger oder Minibagger.
Entscheidungshilfe in fünf Fragen
- Gibt es schon ein tragfähiges Fundament oder eine Mauer? Wenn nein, betonieren Sie die Pfosten ein. Ein neues Fundament nur zum Aufdübeln zu gießen, bringt selten einen Vorteil.
- Wie hoch wird der Zaun? Je höher, desto größer der Hebel am Pfostenfuß. Bei hohen Zäunen ist das Einbetonieren meist die sicherere Wahl.
- Kommt Sichtschutz in die Matten? Eingeflochtene Streifen erhöhen die Windlast deutlich. Aufgedübelte Pfosten müssen dann besonders sorgfältig verankert werden.
- Wie viel Randabstand bleibt? Bei schmalen Mauerkronen nutzen Sie die mittleren Bohrungen der Dübelplatte kurz. Reicht der Platz trotzdem nicht, ist ein Wandanschluss seitlich an der Mauer oft die bessere Lösung.
- Soll der Zaun irgendwann wieder weg? Dübelplatten und Bodenhülsen lassen sich leichter zurückbauen als ein Betonfundament.
So dübeln Sie Pfosten auf
- Zaunverlauf mit einer Schnur festlegen und die Pfostenpositionen anzeichnen. Der Abstand entspricht wie beim Einbetonieren der Mattenbreite von rund 2,50 m.
- Pfosten mit Platte bzw. Dübelplatte aufsetzen, ausrichten und die Bohrlöcher anzeichnen.
- Bohren und das Bohrloch gründlich ausblasen oder aussaugen. Bohrdurchmesser, Bohrtiefe und Randabstand richten sich nach den Angaben des Ankerherstellers.
- Anker setzen und die Platte zunächst nur leicht anziehen.
- Pfosten mit der Wasserwaage in beide Richtungen ausrichten. Kleine Unebenheiten gleichen Sie mit Unterlegplatten aus Stahl aus, nicht mit Holz oder Kunststoffkeilen, die mit der Zeit nachgeben.
- Anker fest anziehen, wie vom Hersteller vorgegeben.
- Matten einhängen und verschrauben.
Achten Sie darauf, dass Regenwasser an der Platte ablaufen kann. Steht der Pfostenfuß dauerhaft in einer Pfütze, leidet auf Dauer der Korrosionsschutz.
Beide Methoden in einem Zaun
Es spricht nichts dagegen, beide Methoden in einer Zaunanlage zu kombinieren. Ein typischer Fall: Entlang der Rasenfläche werden die Pfosten einbetoniert, auf der Mauer an der Einfahrt werden sie aufgedübelt. Wichtig ist, dass die Pfostenoberkanten am Übergang zusammenpassen, damit die Matten auf einer Linie laufen. Spannen Sie dafür eine Schnur über die gesamte Länge.
Und die Torpfosten?
Torpfosten sind ein eigenes Thema. Sie tragen das Gewicht des Torflügels und werden bei jedem Öffnen zusätzlich belastet. Für gekürzte Industrietorpfosten 80/80 gibt es eine eigene Dübelplatte für Industrietorpfosten 80/80 mit einer 8 mm starken Platte von 20 x 20 cm. Bei Gartentoren im Erdreich raten wir zu einem ordentlichen Betonfundament. Mehr dazu im Ratgeber Gartentor einbauen.
Wenn Sie unsicher sind, ob Ihr Untergrund geeignet ist, beschreiben Sie uns die Situation am besten mit ein paar Fotos über das Kontaktformular. Alle Pfostentypen in beiden Varianten finden Sie in der Kategorie Pfosten.