Eine Gabione sieht nach wenig Technik aus: ein Drahtgitter, ein paar Steine, fertig. Ob die Steinwand nach Jahren noch gerade steht, entscheidet sich aber unter der Erde. Gibt der Boden nach, kippen Säulen aus dem Lot, Körbe sacken einseitig ab und Matten verziehen sich. Welches Fundament das richtige ist, hängt davon ab, was Sie bauen: eine Gabionensäule, eine Reihe Gabionenkörbe oder einen Gabionenzaun mit dem Gabionenpfosten Typ 4.
Warum das Gewicht die Planung bestimmt
Gabionensteine haben je nach Gestein und Packung ein Schüttgewicht von grob 1,5 t pro m³. Damit kommen schnell große Lasten zusammen:
- Gabionenkorb 1000 x 200 mit 1030 mm Höhe: 1,05 m x 0,20 m x 1,03 m ergibt rund 0,22 m³, also gut 300 kg auf nur 0,2 m² Standfläche.
- Gabionensäule Terra 320 x 320 mm mit 1830 mm sichtbarer Höhe: rund 0,19 m³ oder etwa 280 kg.
- Gabionenzaun, ein Feld von 2,50 m bei 1830 mm Höhe: Mit der Gesamtbreite von rund 15 cm gerechnet sind das knapp 0,7 m³ und damit rund eine Tonne.
Der tatsächliche Füllraum ist etwas kleiner, weil Matten und Pfosten Platz einnehmen. Die Größenordnung zeigt aber, dass ein Fundament für Gabionen mehr leisten muss als eines für einen offenen Gitterzaun. Wie Sie die Steinmenge für Ihr Projekt berechnen, steht im Ratgeber Gabionen befüllen.
Gabionensäulen: rund 400 mm einbetonieren
Für die Gabionensäule Alfi 400 mm, sechseckig und die Gabionensäule Terra 320 x 320 mm empfehlen wir, die Säule etwa 400 mm tief einzubetonieren. Diese 400 mm gehen von der bestellten Höhe ab. Die Säulen gibt es von 630 bis 2430 mm in Schritten von 200 mm. Sie wählen also zwei Stufen höher als die gewünschte sichtbare Höhe:
- sichtbar rund 1030 mm: Säule mit 1430 mm
- sichtbar rund 1230 mm: Säule mit 1630 mm
- sichtbar rund 1830 mm: Säule mit 2230 mm
Steht die Säule in einem Doppelstabmattenzaun, richten Sie die sichtbare Höhe nach der Oberkante der Matten aus.
So setzen Sie eine Säule:
- Loch ausheben, so groß, dass rund um die Säule einige Zentimeter Beton Platz haben. Die Tiefe ergibt sich aus den 400 mm im Beton plus einer Schicht Kies oder Schotter als Drainage.
- Kies oder Schotter einfüllen und verdichten.
- Säule einstellen und an zwei Seiten mit der Wasserwaage lotrecht ausrichten.
- Beton einfüllen, verdichten und die Säule abstützen. Die Oberfläche leicht nach außen abschrägen, damit Regenwasser abläuft.
- Erst befüllen, wenn der Beton ausgehärtet ist.
Die 400 mm beschreiben, wie tief die Säule im Beton steckt. Ist Ihr Boden stark frostgefährdet, kann das Fundament darunter tiefer reichen. Welchen Beton Sie nehmen und wie Sie die Menge berechnen, erklärt der Ratgeber Zaunpfosten einbetonieren. Die Rechenwege lassen sich auf Säulen übertragen.
Gabionenkörbe: tragfähig, verdichtet, eben
Der Gabionenkorb 1000 x 200 wird nicht einbetoniert, sondern steht auf dem Untergrund. Dieser muss tragfähig, verdichtet und eben sein. Rasen, Mutterboden oder frisch aufgeschütteter Boden geben unter der Last nach. Bei einem nur 200 mm breiten Korb reichen wenige Zentimeter Setzung an einer Seite, um ihn sichtbar aus dem Lot zu bringen.
Für niedrige Körbe hat sich ein verdichtetes Schotterbett bewährt:
- Verlauf mit Schnur und Pflöcken abstecken.
- Mutterboden abtragen und einen Graben ausheben, der etwas breiter ist als der Korb. Häufig werden 20 bis 30 cm Tiefe angesetzt, bei weichem Boden mehr.
- Schotter lagenweise einfüllen und jede Lage mit einer Rüttelplatte verdichten.
- Eine dünne Schicht Splitt aufbringen und mit einer Richtlatte waagerecht abziehen.
- Körbe aufstellen, ausrichten und die Seitenteile mit den Spiralen verbinden.
Stehen die Körbe direkt an einer Terrasse, an einem Weg oder auf Boden, der schlecht entwässert, ist ein Streifenfundament aus Beton die stabilere Lösung. Spätere Setzungen fallen an solchen Stellen besonders auf.
Gabionenzaun: Pfosten einbetonieren oder aufdübeln
Beim Gabionenzaun verteilt sich die Last auf zwei Wege. Die Pfosten halten die Matten und nehmen den seitlichen Druck der Füllung auf. Das Gewicht der Steine selbst lastet zum größten Teil auf dem Boden zwischen den Matten. Sie brauchen also feste Pfostenfundamente und einen Untergrund unter der Füllung, der nicht nachgibt.
Den Gabionenpfosten Typ 4 gibt es in zwei Varianten:
- Zum Einbetonieren: Jeder Pfosten bekommt ein eigenes Fundament, das frostfrei gegründet wird. Unter der Füllung zwischen den Pfosten legen Sie ein verdichtetes Schotterbett an. Für hohe Wände oder weichen Boden ist ein durchgehendes Streifenfundament, in das die Pfosten gesetzt werden, die solidere Lösung.
- Zum Aufdübeln: Die Pfosten werden auf einen vorhandenen, tragfähigen Untergrund geschraubt, zum Beispiel ein Streifenfundament aus Beton. Es muss breit und stark genug sein, damit die Anker ausreichend Randabstand haben. Vorteile und Nachteile beider Methoden vergleicht der Ratgeber Pfosten aufdübeln oder einbetonieren?
Den Pfostenabstand gibt die Mattenbreite von rund 2,50 m vor. Setzen Sie die Pfosten Feld für Feld und prüfen Sie den Abstand mit einer eingehängten Matte, bevor Sie den nächsten Pfosten einbetonieren. Achten Sie außerdem auf die Höhe: Die Matten sollten unten so dicht über dem Schotterbett oder Fundament enden, dass keine Lücke bleibt, durch die Steine herausrutschen.
Frostfreie Gründung und hohe Wände
Gefriert Wasser im Boden unter einem Fundament, dehnt es sich aus und kann Pfosten oder ganze Abschnitte anheben. Fundamente sollten deshalb frostfrei gegründet sein. Wie tief der Frost reicht, ist regional unterschiedlich, in vielen Gegenden gelten rund 80 cm als frostfreie Tiefe. Je höher die Gabionenwand, desto wichtiger wird das, denn mit der Höhe wachsen Gewicht und Windangriffsfläche.
Eine schmale Gabionenwand ist keine Stützmauer. Soll sie Erdreich abfangen, steht sie am Hang oder wird sie deutlich höher als ein üblicher Gartenzaun, lassen Sie die Statik von einem Statiker prüfen oder beauftragen Sie einen Fachbetrieb. Für Einfriedungen an der Grundstücksgrenze gelten außerdem je nach Bundesland und Gemeinde unterschiedliche Regeln. Im Zweifel fragen Sie beim Bauamt nach.
Häufige Fehler beim Fundament
- Säule zu kurz bestellt: Die rund 400 mm im Beton fehlen später an der sichtbaren Höhe.
- Korb auf den Rasen gestellt: Mutterboden gibt unter mehreren hundert Kilogramm nach.
- Zu früh befüllt: Solange der Beton nicht ausgehärtet ist, kann das Befüllen Säule oder Pfosten aus dem Lot bringen.
- Lücke unter den Matten: Enden die Matten zu hoch über dem Untergrund, rutschen unten Steine heraus.
- Nicht frostfrei gegründet: Vor allem bei hohen Wänden kann Frost einzelne Pfosten anheben.
Was Fundament, Steine und Material zusammen kosten, lesen Sie im Ratgeber Was ein Gabionenzaun kostet. Den Aufbau mit Pfosten und Matten beschreibt die Seite Gabionenzaun mit Doppelstabmatten und Steinfüllung. Alle Körbe und Säulen finden Sie in der Kategorie Gabionen.