Ein freitragendes Schiebetor schwebt über der Einfahrt. Beim Öffnen und Schließen ruht sein ganzes Gewicht auf zwei Rollböcken daneben. Setzt sich das Fundament unter den Rollböcken oder steht es schief, merkt man das am Ende des langen Torflügels deutlich: Das Tor läuft schwer, rollt von selbst oder trifft den Anschlag nicht mehr. Planen Sie das Fundament deshalb sorgfältig, bevor Sie zum Spaten greifen.
So ist das Tor aufgebaut
Zum Freitragenden Schiebetor gehören neben dem Torflügel ein Anschlagspfosten, ein Durchlaufpfosten, zwei Rollböcke zum Aufdübeln und der Auflaufschuh. Für das Fundament ist wichtig, wo welches Teil sitzt:
- Die Rollböcke tragen den Torflügel und werden neben der Einfahrt auf ein Fundament gedübelt.
- Der Durchlaufpfosten steht am Rand der Einfahrt auf der Seite, zu der das Tor öffnet. Auch er wird aufgedübelt.
- Der Anschlagspfosten steht gegenüber und wird einbetoniert. Hier nimmt der Auflaufschuh das Torende beim Schließen auf.
In der Durchfahrt selbst liegt keine Schiene. Das Tor gibt es mit 3000 bis 5000 mm Durchfahrtsbreite in Schritten von 500 mm und mit 630 bis 2030 mm Höhe. Je größer es ist, desto mehr Last kommt auf Rollböcke und Fundament, bei Wind auch von der Seite. Da es nach Auftrag gefertigt wird und keine Lagerware ist, klären Sie Platz und Fundament am besten vor der Bestellung.
Platz für den Rücklauf
Beim Öffnen läuft das Tor seitlich am Zaun entlang. Neben der Einfahrt brauchen Sie dafür eine freie, gerade Strecke, den Rücklauf. Sie ist länger als die Durchfahrt selbst. Der Grund: Damit der vordere Teil frei über der Einfahrt hängen kann, ist der Torflügel länger als die Durchfahrtsbreite. Sein hinteres Stück bleibt in den Rollböcken und hält das Tor im Gleichgewicht. Steht das Tor offen, befindet sich der ganze Flügel neben der Einfahrt.
Als grobe Orientierung kommen bei vielen freitragenden Toren zur Durchfahrtsbreite etwa 40 bis 50 Prozent hinzu. Bei 4000 mm Durchfahrt wären das grob 5,6 bis 6 m Rücklauf. Wie viel Platz Ihr Tor tatsächlich braucht, klären Sie mit dem Fundamentplan zum bestellten Tor.
Auf dieser Strecke darf nichts im Weg sein, also keine Bäume, Beete, Mülltonnen oder Stufen. Außerdem muss sie auf Ihrem Grundstück liegen. Eine Pforte für Fußgänger gehört auf die Seite des Anschlagspfostens, sonst steht der offene Flügel davor. Eine zum Haus ansteigende Einfahrt stört ein Schiebetor nicht. Steigt das Gelände dagegen entlang der Torlinie an, muss das Tor auch an der höchsten Stelle frei laufen. Reicht der Platz nicht, ist ein zweiflügeliges Tor aus der Kategorie Einfahrtstore die Alternative.
Laufrichtung festlegen und angeben
Die Laufrichtung geben Sie von außen gesehen an. Sie stehen also vor dem Grundstück und blicken auf das geschlossene Tor. Rechts heißt: Das Tor öffnet nach rechts. Links heißt: Es öffnet nach links.
Damit steht auch fest, wo das Fundament für Rollböcke und Durchlaufpfosten liegt, nämlich auf der Seite, zu der das Tor öffnet. Der Anschlagspfosten kommt auf die andere Seite.
Im Shop gibt es für die Laufrichtung keine Auswahl. Tragen Sie sie beim Bestellen im Feld „Anmerkung zur Bestellung“ ein, zum Beispiel „Laufrichtung rechts, von außen gesehen“.
Das Fundament für Rollböcke und Durchlaufpfosten
Dieses Fundament trägt das ganze Tor und muss drei Anforderungen erfüllen:
- Tragfähig: auf gewachsenem, festem Boden, nicht auf Mutterboden oder frischer Auffüllung.
- Frostfrei gegründet: Sonst kann gefrierendes Wasser den Beton anheben. In vielen Regionen gelten rund 80 cm Tiefe als frostfrei, je nach Lage auch mehr.
- Eben und waagerecht: Beide Rollböcke müssen auf gleicher Höhe und genau in einer Flucht sitzen. Fällt die Fläche in Laufrichtung ab, kann das Tor von selbst losrollen, steigt sie an, läuft es schwer.
Meist wird ein durchgehendes Streifenfundament unter Rollböcken und Durchlaufpfosten gegossen. Als grobe Orientierung findet man oft Breiten um 40 bis 50 cm, die Länge richtet sich nach dem Abstand der Rollböcke. Solche Richtwerte ersetzen keine Planung. Maßgeblich ist der Fundamentplan zu Ihrem bestellten Tor. Fragen Sie ihn vor dem Betonieren über Kontakt an und nennen Sie Durchfahrtsbreite, Höhe und Laufrichtung. Klären Sie dabei auch, ob eine Bewehrung nötig ist.
Planen Sie die Breite lieber großzügig, denn Dübel brauchen Abstand zur Betonkante, sonst kann der Beton ausbrechen. Ziehen Sie die Oberfläche mit einer Richtlatte ab und prüfen Sie sie mit der Wasserwaage in beide Richtungen. Legen Sie vorher fest, wie hoch die Oberkante im Verhältnis zum späteren Pflaster liegt, denn davon hängt die Luft unter dem Tor ab.
Ein Rechenbeispiel mit angenommenen Maßen: 2,00 m lang, 0,40 m breit und 0,80 m tief ergibt 0,64 m³, also rund 640 Liter. Bei 12 bis 13 Litern je 25-kg-Sack Fertigbeton wären das rund 50 Sack, da ist Transportbeton oft bequemer. Wie Sie Beton berechnen und verarbeiten, erklärt der Ratgeber Zaunpfosten einbetonieren.
Der Anschlagspfosten
Der Anschlagspfosten bekommt ein eigenes, frostfrei gegründetes Fundament. Er muss lotrecht, genau in der Flucht des Tores und im richtigen Abstand zum Durchlaufpfosten stehen, sonst trifft das Torende den Auflaufschuh nicht sauber und das Schloss greift schlecht. In der Praxis wird er oft erst gesetzt, wenn der Torflügel schon auf den Rollböcken läuft. Dann lässt er sich am geschlossenen Tor ausrichten. Das Loch können Sie vorher ausheben.
Untergrund und Leitungen prüfen
Unter Einfahrten verlaufen oft Hausanschlüsse für Wasser, Strom, Gas oder Telekommunikation. Prüfen Sie vor dem Graben vorhandene Pläne und fragen Sie im Zweifel beim Versorger nach. Weiche, nasse oder aufgeschüttete Böden tragen schlechter und brauchen unter Umständen ein größeres Fundament. Lassen Sie solchen Boden von einem Fachbetrieb beurteilen.
Soll an der Einfahrt später Strom liegen, etwa für Beleuchtung, legen Sie vor dem Betonieren ein Leerrohr ein. Und wenn das Tor einmal blickdicht werden soll, erwähnen Sie das bei der Anfrage, denn eine geschlossene Fläche fängt deutlich mehr Wind.
Aushärten, Lieferung und Montage
Seine volle Festigkeit erreicht Beton üblicherweise erst nach rund vier Wochen, belastbar ist er je nach Produkt, Temperatur und Feuchtigkeit früher. Dübeln Sie Rollböcke und Durchlaufpfosten erst, wenn der Beton ausreichend ausgehärtet ist, und betonieren Sie nicht bei Frost. Bohrdurchmesser, Bohrtiefe und Randabstand richten sich nach dem Dübelhersteller. Den Ablauf zeigt der Ratgeber Pfosten aufdübeln oder einbetonieren?. Ob Befestigungsmaterial zum Lieferumfang gehört, fragen Sie am besten in derselben Anfrage.
Die Lieferzeit beträgt 14 bis 21 Tage nach Zahlungseingang. Das Tor kommt per Spedition, eine Selbstabholung ist nicht möglich. Wer den Fundamentplan früh anfragt und zügig betoniert, gibt dem Beton bis zur Lieferung Zeit zum Aushärten. Für Abladen und Montage des langen Flügels planen Sie mehrere Helfer ein.
Schloss und Anschluss an den Zaun
Der Metallschlosskasten ist für einen 30/30 Profilzylinder vorbereitet, etwa den Profilzylinder 30/30 mit je drei Schlüsseln. Für einen einfachen Verschluss gibt es den Dreikant-Profilzylinder 30/30. Die erste Zaunmatte neben dem Tor lässt sich zum Beispiel mit der Zaunanschlussleiste befestigen, die laut Beschreibung für den Anschluss an Mauern oder Torpfosten gedacht ist.
Checkliste vor dem Betonieren
- Laufrichtung von außen gesehen festgelegt und in der Bestellung vermerkt
- Rücklauf frei, gerade und auf eigenem Grundstück
- Fundamentplan zum bestellten Tor angefragt und gelesen
- Leitungen geprüft, Leerrohr eingeplant
- Höhe der Fundamentoberkante zum späteren Pflaster festgelegt
- Beton, Werkzeug und Helfer für den Betoniertag organisiert